Forschungsprojekt: Quellen Österreichs

Allgemein

Die Alpen sind reich an verschiedensten Quellen die sich auf den ersten Blick ähneln. Beschäftigt man sich jedoch näher mit diesem Thema so erlangt man relativ schnell die Erkenntnis, dass man bei Quellen bzw. Quellwasser nach dessen Herkunft unterscheiden muss. Die lokale Geologie bestimmt welche Quelle sich ausbildet und wie schnell das Wasser nach dem Versickern des gefallenen Regens wieder austritt. So kann es zum Beispiel im Karst (Kalkgestein) vorkommen, dass aufgrund der hohen Durchlässigkeit des Gesteins der Niederschlag bereits nach wenigen Stunden wieder an einer Karstquelle austritt. Durch die kurze Aufenthaltsdauer im Boden hat in diesem Fall das Wasser wenig Zeit Mineralien aus dem Gestein zu lösen, daher wird ein solches Quellwasser eher niedrig mineralisiert sein.

Grundgedanke des Forschungsprojektes

Österreich ist reich an Wasser. Durch die sehr hohen Jahresniederschläge in den Alpen besitzen wir einen nie versiegenden Strom an hochwertigem Wasser. Durch die Industrialisierung, quer über alle Gebiete, bringen wir allerdings eine Vielzahl an Belastungen in unseren Wasserkörper ein. Je weiter man sich von den Ursprüngen der Flüsse wegbewegt, umso mehr Belastungen lassen sich feststellen, sei es durch Industrie, welche Prozesswasser in Flüsse einleitet, durch Landwirtschaft oder Verkehr. Es gibt zwar sehr genaue Vorschriften und Grenzwerte, allerdings lassen sich viele Emissionen unserer Gesellschaft schlicht nicht vermeiden. Somit sind viele Parameter, welche bei Wasseruntersuchungen gemessen werden vom Menschen beeinflusst.

Nimmt man Grundwasserbrunnen im Bereich der Voralpen als Beispiel, so erkennt man, dass durch moderne Landwirtschaft bereits sehr viel Nitrat in das Grundwasser gelangt ist und leider nicht so schnell verschwinden wird. Neben dem Nitrat gelangen aber auch viele Pestizide, welche in der Landwirtschaft verwendet werden in kleinen Mengen ins Grundwasser. Diese Stoffe sind nicht dazu gedacht vom Menschen verzehrt zu werden, dennoch lässt sich dies nicht gänzlich vermeiden.

Diese Problematik zeigt sich bei Quellen in den Alpen nicht oder „nur“ in viel kleineren Konzentrationen. Somit haben wir  zumindest bei unserem Trinkwasser immer die Option auf Quellwässer aus den Bergen zurückzugreifen. Die logistische Herausforderung ist durchaus zu meistern, auch die Kosten der Abfüllung sind überschaubar. Zurückblickend auf unsere Geschichte belegen viele archäologische Funde, dass bereits die Kelten die Quellen nutzen und nicht etwa Flusswasser oder Grundwasser tranken.

Würde man berechnen, wie viel eine Quelle schütten müsste, um ganz Österreich mit reinem Quellwasser zu versorgen, so ergibt sich eine nötige Schüttung von ca. 280 l/s. Da Wasser eine unbedingte Lebensgrundlage ist, müssen wir danach trachten, unsere besten Quellen zu schützen und Möglichkeiten schaffen, um die breite Masse versorgen zu können. Unsere Böden und Grundwasser sind bereits stark belastet und würden auch bei einem sofortigen Stopp der Düngung und Bespritzung lange brauchen, um sich wieder zu erholen.

Die Firma Sarsteiner Gold beschäftigt sich damit verschiedene Quellen auf deren Eigenschaften und die Wirkung auf den Menschen zu untersuchen. In diesem Forschungsprojekt werden Quellen katalogisiert und entsprechend der Zusammensetzung und Reinheit des Wassers und der Wirkung auf den Menschen bewertet.

Was bestimmt die Eigenschaften von Quellwasser?

Destilliertes Wasser (oder Regenwasser) ist reines Wasser ohne gelöste Stoffe. Dieses Wasser ist „gierig“ auf gewisse Stoffe und daher bestrebt eine gewisse Sättigung an gelösten Stoffen zu erreichen. So erklärt sich auch die Verkarstung der Kalkalpen, da hierbei der Kalk vom Regenwasser gelöst und abtransportiert wird. Vereinfacht kann  man sagen, dass sämtliche Gesteine, welche mit dem Niederschlagswasser in Berührung kommen, die Zusammensetzung (bzw. den Charakter) des Wassers bestimmen.

Geologische Karte Österreich

Abb. 1: Geologische Karte Österreichs [Quelle: Geologische Bundesanstalt]

Österreich lässt sich grob in sechs verschiedene geologische Zonen einteilen (Abb.1). Jede Zone ist in der Gesteinszusammensetzung im Vergleich zu den anderen grundverschieden. Somit sind auch die Quellwässer in den unterschiedlichen Zonen nicht miteinander vergleichbar. Oft kommt es  vor, dass an Zonengrenzen das Wasser zwei unterschiedliche Zonen beim Aufsteigen durchfließt und folglich wieder eine spezielle Zusammensetzung aufweist. Speziell in den Kalkalpen, welche oft eine Vielzahl von geologischen Ablagerungen aufweisen, kommen daher meist recht unterschiedliche Wässer vor.

Quelleigenschaften und Heilquellen

Diese unendlichen Kombinationsmöglichkeiten machen die Erforschung der verschiedenen Wässer spannend. Primär in Hinblick auf so genannten Heilquellen. Der Volksmund beschreibt immer wieder die spezielle Wirkung bestimmter Quellen und nennt diese Quellen Heilquellen. Betrachtet man die Geologie rund um solch interessante Quellen, so bemerkt man häufig, dass sich die Quelle an einer geologischen Grenze befindet und das Wasser einen besonderen Weg bis zum Austritt zurücklegen musste. Wichtig zu berücksichtigen, ist die Verweildauer im Boden. Ist der Boden nur schwach durchlässig, oder wird Wasser aus großer Tiefe emporgedrückt, kann es vorkommen, dass es über viele Jahre im Erdreich war. Dieser Umstand wirkt sich ebenfalls auf die Eigenschaften aus, da folglich das Wasser viel Zeit zum Mineralisieren hatte.

Aus einer Klassifizierung und Bewertung von Wässern, welchen eine bestimmte Heilwirkung nachgesagt wird, kann man eventuell auf die Umstände schließen, welche herrschen, müssen um eine bestimmte Wassereigenschaft zu erzeugen.

Ausblick

In den nächsten Jahren werden sukzessive Quellen aufgenommen, analysiert und bewertet. Vorerst wird mit Wässern begonnen, welche bereits länger bekannt sind und schon von unseren Vorfahren genutzt wurden. Es ist geplant, an besonders guten Quellen eine gemeinschaftliche Forschung zu führen, um Erfahrungswerte in die Bewertung mit aufzunehmen.

Leider ist bis heute vieles von dem Wissen der „Alten“ verloren gegangen. Aus einer wissenschaftlichen Analyse, gekoppelt mit einer systematischen Aufarbeitung der historischen Berichte über unsere Quellen, erwarten wir uns einen Kataster, welchen die besten Quellen unseres Landes entnommen werden können. Dies trägt dazu bei die Trinkwasserversorgung und auch die Gesundheit unserer Gesellschaft zu sichern.

Gerne nehmen wir auch Anregungen entgegen. Falls Sie eine interessante Quelle kennen, bitten wir um Kontaktaufnahme.

Herzlichst

Martin Franz Neuhuber

One Comment on “Forschungsprojekt: Quellen Österreichs

  1. Pingback: Heilquelle – Xandi Vital | Sarsteiner Gold

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